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Franz Schubert, Die schöne Müllerin:
Vor etwa 200 Jahren hat er sich ertränkt. Der Grund war verschmähte Liebe. Er war damals nicht mal volljährig gewesen. Jetzt irrt er als Geist durch unsere Zivilisation. Der Bau einer modernen Mühle hat ihn aus seinen Träumen gerissen...
Das Thema Selbstmord hat nichts an seiner Brisanz verloren. Doch bei aller Tragik ist das Programm auch ein Programm zum Lachen und Schmunzeln: Wir werden hineingeführt mit einer großen Leichtigkeit. Und doch erschrecken wir immer wieder, wie wenig sich doch an den Themen geändert hat, die die Menschen wirklich bewegen.
Der Müllergeselle nimmt uns mit und erzählt uns seine Lebensgeschichte mit den Worten Wilhelm Müllers und der großartigen Musik Franz Schuberts. Außerdem fürht er in seinen eingenn Worten durchs Programm.
Schubert mit der Stimme eines Chansoniers?
Hinter der Art, Schubert derart unverkünstelt und unverschämt frei zu singen und zu spielen, liegt nichts, als der Sturm und Drang meiner eigenen Teenie– Jahre. Wir vergessen und verdrängen so viel! Und Schubert war früher mein Ventil. Durch ihn konnte ich mir allen Liebesschmerz von der Seele singen.
Wenn man das Gefühl hinter den Liedern sprechen läßt, stellt sich nicht mehr die Frage nach Gesangstechnick, nach der richtigen oder falschen Interpretation, es beginnt von selber zu klingen, es singt mit und durch einen.
Viele halten es für unmöglich, diese Schubertlider zu singen und sich selber dabei zu begleiten. Ich kann mir kaum vorstellen dies nicht zu tun. Denn wie kann man eine größere Einheit zwischen Klavier und Gesang bekommen?
Ich singe und spiele so, wie ich es tue, nicht weil ich glaube, es besser zu können, als andere, sondern weil ich meine, es anders zu können – und weil ich es tun muß.
Viele weitere Lieder und andere Liederzyklen
Von Schubert habe ich außer der „Müllerin” habe ich auch die anderen Zyklen im Repertoire. Es gibt nichts schöneres als melancholische Lieder, wenn man selber melancholisch ist. Die Winterreise erfüllt dies Bedürfnis voll und ganz. Man darf nur nicht erwarten, dass es besser wird...
Vom Schwanengesang existiert bereits eine Aufnahme. (Hier geht zu der CD- Beschreibung). Der Schwanengesang ist aus meiner Sicht der heftigste der Schubertzyklen. Das ist Verzweiflung, die fast bis zum Wahnsinn führt.
Die „Müllerin” entwickelt sich von der Fröhlichleit zur tiefsten Verzweiflung. Die „Winterreise” zeigt den Liebesschmerz in allen seinen Facetten, der „Schwanengesang” zeigt jemanden, der sich zu Beginn an der Hoffnung festhält und dann die Hoffnung verliert.
Bei all der schubertschen Düsternis habe ich natürlich auch viele andere Lieder im Repertoire: auch fröhliche, kabaretistische von Haydn oder Mozart oder Weber, auch dramatische oder innige von Schumann, Loewe oder Hugo Wolf.
Eine besondere Perle sind auch die Schumann- Duette, die ich mit meiner Frau zusammen interpreiere und ein ganz unbekanntes Juwel: Das „spanische Liederspiel” von Robert Schumann, geschrieben für vier Solosänger...
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